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Warum Achtsamkeit so wichtig ist

Ich komme gerade von einem 10tägigen Yoga-Retreat mit einem meiner Lehrer aus den Pyrenäen zurück. Wir waren dort als Gruppe ganz abgeschieden auf einem bezaubernden Anwesen. Seit fünf Jahren nehme ich mir einmal im Jahr eine Auszeit. Ohne Kontakt zur Außenwelt, mit Stille bis zum Mittag oder ganzen Schweigetagen. Das Schweigen fällt mir überhaupt nicht schwer. Aber die innere Stille finden, war besonders dieses Jahr eine absolute Herausforderung. Was sicher damit zu tun hat, dass dieses Jahr extrem für mich ist. Aber gerade dann, und das habe ich einmal mehr in seiner Deutlichkeit gespürt, ist es wichtig, sich Zeit für sich zu nehmen. Ohne Ablenkung. Kein Telefon, kein Internet, kein Roman, keine Business-Unterlagen. Die Stille aushalten und gleichzeitig das Choas im Kopf beobachten. Immer mit der leisen Hoffnung, dass der Verstand zur Ruhe kommt oder zumindest mal eine kleine Pause einlegt in seinem busy sein.

 

Kein leichtes Unterfangen. Zumal wir so darauf programmiert sind, immer mehr zu leisten, immer schneller zu werden und immer mehr zu wissen.

Aber, und dass kann ich dir versichern, Stille ist da. Sie ist natürlicherweise in dir, in uns allen. Genauso, wie Gedanken da sind, ist auch Stille da. Es braucht allerdings etwas Übung, Muße und Zeit, wieder in Kontakt mit dieser inneren Stille zu kommen.

Innerlich still werden

Kontakt mit deiner inneren Stille kannst du über Achtsamkeit herstellen. Werde dir deiner Gedanken bewusst. Werde dir bewusst, wann du dich in Tagträumen verlierst, werde dir bewusst, wie und was du über andere denkst und werde dir bewusst, wie und was du wann über dich denkst. Nimm dir Zeit zu spüren, was dich beschäftigt, was dich traurig, wütend oder glücklich macht. Lausche. Was sagt dein Körper, dein Herz, deine Seele? Höre ihnen zu. Ganz bewusst. Und wenn du am Anfang nichts hörst, mach es wieder und wieder. Versuche, nicht auf deinen Mind zu hören, nicht deinen Gedanken zu folgen, sondern zu beobachten, was jetzt ist. Immer wieder. Beobachte diesen ganzen Strom an Gedanken, der permanent in deinem Kopf fließt und ganz wichtig, lass die Bewertung darüber weg. Manchmal lässt du dich vielleicht von alten Geschichten mitziehen. Wenn du das bemerkst, schenke dir ein Lächeln und kehre in die Rolle des Beobachters zurück. Das ist der erste Schritt. Dir wertfrei bewusst zu werden, was eigentlich alles los ist da oben. Wie viel Nonsens dich Tag ein Tag aus begleitet und dich davon abhält, dich selbst zu spüren und innerlich ganz zur Ruhe zu kommen.

 

Dich selbst dabei zu beobachten, wie deine Gedanken fließen braucht etwas Übung, wird dir aber mit etwas Geduld gelingen. Und dann wirst du feststellen, wie viel Bullshit dabei ist. Wie viele alte Geschichten, die nichts mehr mit dem Jetzt zu tun haben. Und wie viele Fantasiegeschichten, die ebenfalls nichts mit dem Jetzt zu tun haben. Und du wirst eventuell auch feststellen, wie hart du mit dir selber umgehst. 

 

Aushalten, mal nichts zu tun

Deine Gedanken kannst du besonders gut beobachten, wenn du nichts tust. Das heißt, in der Bahn bleibt das Handy in der Tasche, auf dem Fahrrad die Kopfhörer draußen und im Auto freust du dich über rote Ampeln, ohne Musik oder Blicke in den Rückspiegel. Nutze diese kleinen Pausen, diese kleinen Geschenke an Zeit im Alltag, in denen es nichts zu erledigen gibt. Nimm dich dabei selber wahr. Spüre deinen Körper und atme bewusst in den Bauch. Lass los. Es ist so wichtig, sich selber zu spüren. Keine Übersprungshandlungen, kein Griff zum Smartphone. Einfach mal nur sein.

 

Finde bewusst diese Lücken im Alltag. Sie sind ein Geschenk. Du wirst sehen, wie mehr Ruhe in dir entsteht und wie heilsam diese Ruhe sich auf deinen Alltag auswirkt.

 

Du bekommst mehr Energie und fängst an, anders für dich zu sorgen. 

 

Nimm dir außerdem morgens und abends eine Minute oder länger Zeit, um dich mit dir selbst zu verbinden. Spüre deinen Körper, deinen Atem. Statt gleich als erstes das Display deines Smartphone anzustarren oder abends im Bett noch mal schnell E-Mails oder Facebook zu checken. Am besten erklärst du dein Schlafzimmer zur smartphonefreien Zone. Wenn du wie ich dein Telefon als Wecker benutzt, dann stelle einfach sicher, dass das Handy im Flugmodus ist.

 

Wenn du der ganzen Achtsamkeitsgeschichte noch ein Krönchen aufsetzen möchtest, meditiere. 5 Minuten Zeit findet dafür wirklich jeder. Es gibt tolle angeleitete Meditationen. Du findest zum Beispiel einige auf meinem YouTube-Kanal oder über die kostenlose App von InsightTimer, passend zum Thema kommst du hier zu meiner Achtsamkeitsmeditation.

 

Slow down und werde dabei produktiver und gesünder. Erschaffe so eine neue Beziehung zu dir selbst. Fange an, dich wieder in all deinen Facetten wahr zu nehmen und deinen Körper und Geist neu kennen zu lernen. Du wirst schnell merken, wie deine innere Ruhe und die neue Energie positiv auf andere wirken und dein Leben einfach unglaublich bereichern.

 

Mehr zum Thema Stress und was er alles in unserem Körper anstellt kannst du hier lesen.

 

Go out and shine!