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Blasenentzündung - so kannst du dir helfen

Früher habe ich sehr häufig unter Blasenentzündungen gelitten. Oftmals so heftig, dass ich mir mit den mir bekannten natürlichen Mitteln nicht helfen konnte. Antibiotika war schnell vom Arzt verordnet und hat dann auch sehr schnell zur Linderung der Beschwerden geführt. Es gab verschiedene schulmedizinische Vermutungen für die wiederkehrenden Entzündungen, aber alle Tests und Untersuchungen fielen (zum Glück) negativ aus.

Durch dieses fast schon chronische Leiden bin ich dann mit 19 Jahren das erste Mal beim Heilpraktiker gelandet. Ich muss dazu sagen, dass meine Herkunftsfamilie alles andere als alternativ und esoterisch ist und so war das eine total faszinierende Welt, die sich da vor mir auftat. Für mich wirkte mein erster Heilpraktiker, der mich sehr lange begleitet hat, wie Merlin, der Magier. Binnen kürzester Zeit waren regelmäßige Blasenentzündungen kein Thema mehr. Ich habe mein Leben etwas umgekrempelt, mein Immunsystem stabilisiert und ein paar wichtige Regeln befolgt. 

 

Ich weiß, dass ich mit dieser Geschichte kein Einzelfall bin. Blasenentzündungen gehören zu den häufigsten bakteriellen Infektionen und sind auch eine der Krankheiten, bei denen am meisten Antibiotika verschrieben wird. Was nicht immer schlecht ist und mir auch oft zuverlässig aus dem schlimmsten Schmerz geholfen hat. Allerdings wirkt Antibiotika nicht nur auf die Blasenschleimhaut, sondern auch auf die anderen Schleimhäute, was dann zu Pilzinfektionen führen und Magen-Darm-Probleme verursachen kann. Gerade der Angriff auf die Darmschleimhaut ist ungünstig, denn dort sitzt immerhin ein Großteil unseres Immunsystems.

 

Es gibt einige pflanzliche Präparate, die eine ähnliche Wirkung haben, wie Antibiotika, ohne dabei die Schleimhäute anzugreifen und - ein sehr wichtiger Punkt - ohne, dass die Keime Resistenzen entwickeln, was bei der antibiotischen Therapie ein großes Problem ist.

Was tun, wenn's brennt

- Intimbereich, Po, Nieren und Füße schön warm halten

- viel trinken (Wasser, Kräutertees, Blasen- und Nierentee)

- keinen Alkohol trinken - Alkohol ist ein Zellgift und trocknet die Schleimhäute aus, schwächt das Immunsystem und wird in Teilen direkt wieder ausgeschieden, was die Blase zusätzlich reizt

 

Wenn keine Besserung eintritt, helfen pflanzliche Kombipräparate inzwischen fast so zuverlässig, wie Antibiotika. Zum Beispiel Präparate aus Meerrettichwurzel und Kapuzinerkresse - die darin enthaltenen Senföle wirken zuverlässig gegen Bakterien und wirken schmerzstillend. Auch Präparate mit Bärentraubenblättern habe ich als sehr wirksam empfunden. Wenn du zu Blasenentzündungen neigst, empfehle ich dir, immer ein Pflanzenpräparat deiner Wahl im Haus zu haben, so dass du direkt mit der Einnahme beginnen kannst, wenn du merkst, dass es mit viel Flüssigkeitszufuhr und Wärme dieses Mal nicht in den Griff zu kriegen ist.

 

HINWEIS: Sind die Beschwerden nach 3 - 5 Tage nicht abgeklungen, bitte unbedingt einen Arzt aufsuchen. Wenn Blut im Urin ist, solltest du sofort zum Arzt gehen. Auch bei etwaigen Unverträglichkeiten pflanzlichen Präparaten gegenüber oder anderen Grunderkrankungen sprich erst mit deinem Arzt oder Heilpraktiker, bevor du dich für ein Pflanzenpräparat entscheidest. Dieser Artikel ersetzt keine fachkundige Beratung oder Diagnostik!

Vorsorge bei Empfindlichkeit

Wenn du zu Blasenentzündungen neigst, ist es wichtig, im Alltag ein paar Regeln einzuhalten und so den Körper zu unterstützen und zu schützen.

 

Sorge für warme Füße

Kalte Füße schwächen das Immunsystem und damit steigern sie die Infektanfälligkeit. Wenn du zu kalten Füßen neigst, lege dir eine wärmende Sohle in die Schuhe oder ziehe dicke Socken oder, abhängig von der Jahreszeit, gefütterte Schuhe an. Was auch schön ist: wärmende Fußbäder z. B. mit Senfmehl (Senföle regen auch die Durchblutung an).

 

Warmer Intimbereich

Sorge für einen warmen Intimbereich, in dem du darauf achtest, dass deine Winterjacke über den Po geht (Oma hatte halt doch Recht). Ziehe lieber Hotpants statt Strings an. Letztere sind für die Intimhygiene übrigens auch eine Herausforderung. Aber dazu im nächsten Punkt mehr. Und natürlich ganz wichtig: nicht auf kaltem Untergrund sitzen. Bakterien schätzen Wärme und ziehen sich dann im wahrsten Sinne des Wortes in Öffnungen zurück, in denen es warm ist.

 

Intimhygiene

"String Tangas sind wie eine Rutsche für Bakterien", sagte meine Dozentin an der Heilpraktikerschule mal. Das trifft es in der Tat ganz gut. Das schmale Schnürchen zwischen Vagina und Anus lässt die Bakterien von hinten nach vorne rutschen. Escherichia coli Bakterien (E. coli), die sich natürlicherweise im Darm und eventuell am Darmausgang befinden, bleiben gerade bei Bewegungen nicht an ihrer Stelle. Und sind sie erst einmal im empfindlichen Intimbereich gelangt, ist ein Harnwegsinfekt vorprogrammiert.

Außerdem ist darauf zu achten, dass die Unterwäsche nicht aus Synthetik ist oder zumindest, dass der Teil im Schritt aus Baumwolle gefertigt ist. Hier ist die Luftdurchlässigkeit bzw. das Angeben der Feuchtigkeit nach außen besonders wichtig, um zu vermeiden, dass sich Feuchtigkeit staut. Feuchtigkeit bietet nämlich einen perfekten Nährboden für Pilze und Bakterien.

Am besten eignen sich klares Wasser und die eigene Hand zur Intimhygiene. Wenn dir das nicht genügt, solltest du eine spezielle Intimwaschlotion verwenden, die auf den sauren PH-Wert der Vagina abgestimmt ist. Denn unser saures Scheidenmilieu, welches primär aus Milchsäurebakterien besteht, ist ein wichtiger Aspekt unserer natürlichen Abwehr. Herkömmliche Seifen oder Duschgels greifen dieses saure Milieu an.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Reinigung des Afters auf dem stillen Örtchen. Niemals von hinten nach vorne wischen. Sowohl bei der Verwendung von Toilettenpapier als auch bei der Reinigung mit Wasser oder Waschlappen.

Und, auch wenn es unromantisch oder ungemütlich ist: nach dem Sex kurz Pinkeln gehen sorgt dafür, dass mögliche bakterielle Eindringlinge direkt wieder ausgespült werden.

 

Trinke ausreichend

Auch wenn gerade alles Chico ist, für eine empfindliche Blase ist eine gewisse Trinkmenge Pflicht. Kleine Harnmengen und das dadurch bedingte seltene Wasserlassen fördern die Bakterienansiedlung an den Zellen in Blase und Harnröhre. 

 

Gesunde Darmschleimhaut

Unser Immunsystem sitzt im Darm. Wenn die Darmflora nicht mehr in Balance ist, vermehren sich Bakterien, die sonst von den guten Bakterien in Schach gehalten werden. Diese "schlechten" Bakterien können auch für wiederkehrende Blasenentzündungen verantwortlich sein. Was in deinem Darm so los ist, kannst du über eine Stuhlprobe herausfinden. Am besten suchst du dir dafür eine/n Heilpraktiker/in deines Vertrauens, mit der/dem du dann auch - sofern nötig - die entsprechenden Maßnahmen zum Aufbau und zur Gesundung deiner Darmflora einleiten kannst.

Photocredit: unsplash