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Ayurvedisch detoxen - Entgiftung & Reinigung für Körper & Seele

Jetzt zum Frühling geht es wieder los mit Detoxen, Fasten, Ballast loswerden. Nichts für dich? Das dachte ich auch immer. Wasserfasten war für mich der energetische Untergang und ich lag quasi eine Woche kraftlos im Bett. Als ich versuchte, mich einige Tage von Smoothies zu ernähren, war mir immer kalt und ich hatte einen dauerhaften Blähbauch. Also alles nichts, was Freude macht.

 

Ich wollte das Thema eigentlich für mich schon abhaken, als ich von einer anderen Möglichkeit des Detoxens erfahren habe. Und da ich den Grundgedanken des Detoxens einfach super finde - nämlich das System zu entlasten, damit es sich um andere Dinge, als die Verstoffwechselung  und die Verdauung der Nahrung kümmern kann - hab ich angefangen, mich näher mit dieser für mich neuen Methode zu beschäftigen. Ich spreche vom ayurvedischen Detox.

 

Inzwischen gelingt es mir seit fünf Jahren, zwei Mal im Jahr zum Frühjahr und zum Herbst, auf ayurvedische Weise zu entgiften. Und weil mir das so unglaublich guttut, möchte ich diese Art des Detoxens mit dir teilen.

 

Im Ayurveda gibt es verschiedene Möglichkeit zu detoxen: Wasserfasten, die Grüne-Smoothie-Variante und die sogenannte Mono-Diät, d. h. man isst zu jeder Mahlzeit das gleiche Gericht: Kitchari – das indische Pendant zur Hühnersuppe sozusagen.

Ayurvedisch Detoxen

Im Ayurveda hängt die optimale Detoxvariante von deiner Konstitution ab. Es gibt drei Konstitutiontypen, die sogenannten Doshas: Vata, Pitta und Kapha. Sie sind Urkräfte, die in der Natur, in unseren Körpern und in unserem Geist vorherrschen.

 

Aufs Simpelste runtergebrochen: Vata setzt sich aus den Elementen Äther und Luft zusammen, Pitta hat das Element Feuer als Grundlage und Kapha setzt sich zusammen aus Wasser und Erde. Jeder von uns ist mit einer bestimmten Kombination dieser Doshas geboren. Daraus ergeben sich für jeden von uns andere Dinge, die uns aus der Balance bringen oder uns unterstützen. Und über deine Dosha-Dominanz kannst du die optimale Detox-Variante für dich finden. Ich bin keine Ayurveda-Expertin. Wenn du Interesse hast, tiefer in das Thema einzusteigen, schau dich mal im Internet um. Es gibt sehr gute Podcasts und Webseiten zu diesem Thema. Empfehlen kann ich dir Dr. Jana Scharfenberg und Dana Schwandt.

 

Während meines Aufenthalts in Indien war ich bei einem Ayurveda-Arzt und weiß, dass ich ein Vata-Typ bin. Ich habe nahezu immer kalte Hände und kalte Füße, neige zu trockener Haut und habe ein eher schwaches Verdauungsfeuer (Agni). Ich brauche einen halbwegs regelmäßigen Tagesablauf und warme Mahlzeiten. Eine Smoothie-Detox-Woche ist also für meine Konstitution eher ungünstig. Rohkost auf ein eh schon schwaches Verdauungsfeuer und einen zum Auskühlen neigenden Körper kommt in meinem Verdauungs- und Energiesystem nicht so gut an. Ebenso passt das Wasserfasten nicht sonderlich gut zu meiner Konstitution, was meine anfänglichen Detox-Schwierigkeiten erklärt.

 

Wenn du deinen Konstitutionstypen herausfinden möchtest, empfehle ich dir, einen ayurvdischen Arzt oder eine ayurvedische Therapeutin aufzusuchen. Es gibt auch online diverse Tests, allerdings kann ich keine Aussage über die Qualität dieser Tests machen.

 

Für die Detoxvariante, die ich dir vorstelle - die Monodiät mit Kitchari - ist es nicht unbedingt nötig, deine Dosha-Dominanz zu kennen, da diese Mono-Diät ausgleichend auf alle Doshas wirkt.

Kitchari - der Klassiker aus der Ayurveda-Küche

Kitchari ist ein ayurvedisches Eintopf-Gericht. Hauptzutaten sind Reis und Mungobohnen, die mit wärmenden und reinigenden Gewürzen (Kreuzkümmel, Senfsaat, Kurkuma, Koriandersamen, Bockshornkleesamen, Asafoetida) und Ghee (Kokosöl/Sesamöl für die vegane Variante) zubereitet werden.

 

Eine Mono-Diät mit Kitchari setzt dein ganzes System neu auf und wie schon erwähnt, kann es jedes Ungleichgewicht ausgleichen. Es reguliert also alle drei Doshas. Je nach Konstitution und Jahreszeit, kann es natürlich sein, dass dir eine Smoothie-Woche leichter fällt oder du dich mit Wasserfasten besser fühlst. 

 

Ich schätze den ayurvedische Sicht auf die Dinge sehr: Gesundheit beginnt im Verdauungssystem. Unser ganzes System ist abhängig von guter Verdauung, Nahrungsaufnahme und –Ausscheidung. Wenn diese Dinge nicht richtig funktionieren, werden wir anfällig für Krankheiten. Die Verdauungsenergie heißt Agni im Sanskrit und wird mit Feuer übersetzt. Wenn dieses Feuer schwach ist, kann Essen nicht gut verdaut, verstoffwechselt und damit auch nicht alle Nährstoffe aus der Nahrung aufgenommen werden. Kitchari reinigt nicht nur, es stärkt auch unser Verdauungsfeuer, unser Agni und trägt damit zur Gesundheit bei.

 

Eine Mono-Diät hat die Absicht, dem Körper nur EINE „Information“ zu geben, mit der er arbeiten muss und auf die er sich dann die nächsten Tage einstellen kann. Zudem ist Kitchari leicht verdaulich und belastet nicht, so dass der Körper richtig zur Ruhe kommen kann und aus dieser Ruhe heraus können Selbstheilungsprozesse stattfinden. Unser Körper weiß, wie Selbstheilung geht, nur braucht er dafür den nötigen Rahmen. Und den schaffen wir mit dieser Mono-Diät.

 

Jede Kitchari-Zutat spielt dafür eine spezielle Rolle. Mungo-Bohnen sind basenbildend, blutreinigend und eiweißhaltig, geschälter Reis ist leicht zu verdauen, die Gewürze sind wärmend, entgiftend und reinigend und das Ghee oder Öl „schmiert“ das System.

Kitchari Mono-Diät - was es zu beachten gibt

Zum Detoxen eignen sich besonders das Frühjahr und der Herbst. Bevor du loslegst, besorge dir alle Zutaten, die du brauchst und lege einen Entlastungstag ein, an dem du schon mal Kaffee, Tee, Alkohol, zucker- und extrem salz- und fetthaltige Lebensmittel weglässt.

 

Es geht in diesen Detox-Tagen nicht darum, möglichst viel Gewicht zu verlieren, sondern um die Entlastung deines Körpers und die innere Reinigung. Diese kannst du unterstützen, in dem du am Morgen deine Zunge abschabst und Öl-Ziehen in deine Morgen-Routine integrierst. Wie das geht, kannst du hier lesen. Eine sanfte Yogapraxis und reinigende Atemübungen können dich in deiner Detox-Phase ebenfalls gut unterstützen, genauso Bäder und Öl-Massagen. Wichtig ist: Sei nett zu dir und lasse alles etwas ruhiger angehen. 

 

Achte in der Detoxphase darauf, genug Flüssigkeit zu dir zu nehmen – also viel warmes Wasser trinken. Pro Stunde ein Glas und du bist auf der sicheren Seite. Natürlich kannst du dir auch detox-unterstützenden Tee machen, bedenke aber, dass das auch wieder „Informationen“ für den Körper sind, die er verarbeiten muss. 

 

Am Ende deiner Detox-Phase nimm dir mindestens einen Tag Zeit, um wieder herauszukommen. Gerne auch zwei bis drei Tage, wenn du eine ganze Woche oder länger entgiftet hast. Meint, langsam wieder andere Lebensmittel in den Speiseplan integrieren, aber nicht gleich zur Kaffeetasse oder zum Weinglas greifen.

 

Ich mache diese Mono-Diät 5 – 10 Tage, je nachdem, wie voll mein Terminkalender ist. Auch wenn man phasenweise sehr viel Energie haben kann, ist es wichtig, sich nicht zu überfordern und dem Körper in dieser Zeit vor allem auch Ruhe zu geben. Manchmal sind die Tage begleitet von leichten Kopfschmerzen. Was nicht untypisch ist, wenn man entgiftet. Ich trinke dann einfach noch etwas mehr Wasser, um sicherzugehen, dass die Gifte auch wirklich aus dem Körper gespült werden.


Um dich langsam an das Thema heranzutasten oder wenn es deine Zeit nicht anders zulässt, kannst du auch mit einem oder zwei Kitchari-Tag*en schon etwas bewirken. Du gibst deinem Körper und insbesondere deinem Verdauungssystem eine kleine Pause, kommst zur Ruhe und regst deine Selbstheilungskräfte an.


KITCHARI EINKAUFSLISTE

Ich halte das Gericht meistens sehr schlicht. Es spricht allerdings nichts dagegen, dein Lieblingsgemüse hinzuzufügen,

 

Diese Einkaufsliste deckt die Zutaten für eine Person für ca. 1 Woche ab

- 1 kg geschälter Reis

- 500 g geschälte Mungobohnen

- Kitchari-Gewürz

- Ghee (Kokosöl/Sesamöl für die vegane Variante)

- 1 großes Stück Ingwer

- optional: schwarzer Pfeffer, Gemüse nach Wahl

 

Die Zutaten erhältst du in gut sortierten Bioläden oder im Internet. Unter Empfehlungen habe ich dir meine Lieblingsprodukte verlinkt.

 


KITCHARI REZEPT UND ZUBEREITUNG

Hier ist mein Lieblings-Kitchari-Rezept für dich. 

Für eine Tagesration (etwa 2 - 3 x eine größere Schüssel) brauchst du:

  • 1 Tasse geschälte Mungbohnen (Moong-Dal, Mung-Dal)
  • 2 Tassen Basmati Reis
  • 1 EL Ghee (oder Kokosöl/Sesamöl)
  • 1 EL Kitchari-Gewürz 
  • 2 cm großes Ingwerstück
  • 1 guter Liter Wasser
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer (optional)
  • Gemüse nach Wahl (optional)

Kitchari zubereiten:

  • Reis und Mungbohnen gründlich waschen - du kannst die Mungbohnen auch über Nacht einweichen lassen, dann garen sie schneller und sind leichter verdaulich
  • Ingwer fein raspeln
  • Ghee/Kokosöl/Sesamöl in einem Topf erhitzen
  • Gewürze und Ingwer zugeben, bis sich ein wohliger Geruch verbreitet - Achtung, Gewürze brennen schnell an
  • Reis und Mungbohnen dazugeben und dabei unter rühren kurz mit anrösten
  • mit Wasser auffüllen
  • 20 – 25 Minuten mit geschlossenem Deckel köcheln lassen, bis sich die Mungbohnen auflösen. Zwischendurch immer wieder checken, ob die Wassermenge ausreicht und ggf. Wasser nachfüllen, da Reis und Mungbohnen sehr viel Wasser aufnehmen - das Endergebnis sollte eine Eintopf-Konsistenz ergeben
  • Optional: Pfeffer und Gemüse am Ende hinzufügen und 5 - 10 Minuten (je nach Gemüse) mitköcheln lassen

Ich bereite meine Tagesration einmalig vor und wärme mir dann die entsprechende Portion zu den jeweiligen Mahlzeiten auf oder gieße die Portion mit heißem Wasser auf, wenn der Eintopf stark nachgedickt ist. Du kannst natürlich auch zu jeder Mahlzeit frisch kochen.


bitte beachten

Wenn du dir unsicher bist, ob diese Form des Detoxens oder Detoxen generell für dich infrage kommt, du unter chronsischen Krankheiten leidest oder Medikamente einnimmst, hole dir Expertenrat (Ayurveda-Therapeut oder -Arzt) oder halte Rücksprache mit deinem behandelnden Arzt.

Photocredit: unsplash, Astrid Nöhring