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Interview mit Bente Singelmann - Powerfrau, Yogi und Entrepreneur

So ganz genau weiß ich es ehrlich gesagt gar nicht mehr. Ich glaube, ich kannte Bente schon über die sozialen Medien, bevor ich sie das erste Mal in echt in einer Yogaklasse getroffen habe. Das ist schon ein paar Jahre her, unsere Wege haben sich immer wieder gekreuzt und je besser ich Bente kenne, desto mehr mag ich sie. Bente ist eine wunderbare Powerfrau, die sich für Bodypositivity und Gleichberechtigung einsetzt. Sie ist Yogalehrerin und Ayurveda-Beraterin und hat sich intensiv mit dem Thema Yoga und Menstruation beschäftigt. Vor kurzem hat sich Bente einen Traum erfüllt und hat einen eigenen Laden in der Hamburger Neustadt aufgemacht. Bei vöran - urban eso findest du liebevoll hergestellte und ausgewählte Produkte rund um die Themen Yoga, Ayurveda und moderne Esoterik. Bente führt ausschließlich Marken, die auf Qualität und Nachhaltigkeit setzen. Fairer Handel und positive Energie werden groß geschrieben.

 

Ich habe Bente auf einen Tee getroffen und durfte ihr ein paar Fragen stellen. 

Du hast jetzt deinen eigenen Laden. Wie kam es dazu?

Vöran ist aus der Not geboren. Seit Jahren reifte der Plan aus meinem alten Job auszutreten und nach Spanien zu ziehen. Dort als Yogalehrerin neu anzufangen. Nach einem gescheiterten Versuch saß ich wieder in Hamburg und wusste nicht wohin mit mir. Vöran bedeutet voran auf Plattdeutsch. Es ist mein eigenes kleines Voran aus einer Situation in der ich nicht weiter wusste. 

 

Was hast du vorher gemacht?

Ich habe 12 Jahre in der Werbung als Grafikerin gearbeitet. 8 Stunden am Rechner jeden Tag fühlten sich für mich sinnbefreit an. Ich wollte etwas verändern und etwas machen, in dem ich autark und erfüllt bin.

 

Wie war deine erste Begegnung mit Yoga und was hat dich bewogen, deine Yoga-Lehrer-Ausbildung zu machen?

Meine erste Begegnung war ganz einfach der Wunsch wieder mehr Sport zu machen. Daher habe ich mir eine Yogastunde ausgesucht, die sich hip und cool anhörte. Surferyoga. Jeder einzelne Muskel in meinem Körper tat am nächsten Tag so weh, dass ich mich kaum bewegen konnte. Yoga hatte mich am Haken. Die Philosophie rund um Yoga war letztendlich der Grund, warum ich tiefer gehen und mehr wissen wollte. Nach der ersten Ausbildung war ich wie ein Schwamm, der alles rund um Yoga aufgesaugt hat und immer noch aufsaugt. Ich kratze und kratze wahrscheinlich immer noch nur an der Oberfläche. 

 

Du bist außerdem die Gründerin von PopupYoga. Was hat dich dazu inspiriert? 

Hamburg hat unendliche viele Studios und mir war klar, dass es auf keinen Fall noch eins braucht. Jedoch war der Wunsch in mir sehr groß flexibel unter einem Namen meine eigenen Klassen zu geben. Das PopupYoga nun wächst und ich nicht mehr die einzige Lehrerin unter diesem Namen bin, macht mich sehr glücklich und stolz.  


Wann hast du dich das erste Mal mit dem heißdiskutierten Thema Yoga und Menstruation beschäftigt?

Das war vor etwa vier Jahren, als ich meine erste Yogaausbildung machte. Meine Lehrerin hatte einen sehr rücksichtsvollen Umgang mit dem weiblichen Körper während der Menstruation und lehrte uns diese Rücksichtnahme auch. Zuvor hatte ich meine Periode eher ignoriert und mich auch in dieser Phase zu Höchstleistung angetrieben. Durch das bewusste wahrnehmen und spüren bekam ich schnell einen anderen Zugang zu dem, was da eigentlich in meinem Körper passierte und änderte den Umgang mit mir selbst in dieser besonderen Zeit des Monats.

 

Warum sollten wir Frauen es in dieser Zeit eher ruhiger und entspannter angehen?

Im Yoga heißt es, Ojas muss fließen. Ojas ist die spirituelle also feinstoffliche Energie. Wörtlich übersetzt heißt es Kraft, Stärke, Vitalität. Und dieser natürliche Fluss von Ojas kann verhindert werden, wenn wir die Menstruation ignorieren bzw. durch Mula Bandha (Wurzelschloss/Beckenbodenaktivität) oder Umkehrhaltungen diesen natürlichen Fluss behindern. Es kann zu Erschöpfung oder zur Schwächung des Immunsystems kommen. Der weibliche Körper ist in der Zeit der Menstruation generell anfälliger, wenn wir uns in dieser Phase noch zusätzlich pushen oder an unsere Grenzen bringen, kann das auch schon mal nach hinten losgehen.

 

Was ist dein Tipp für uns, wie wir in dieser Phase mit uns umgehen sollten?

Wir sollten uns während der Menstruation mehr Ruhe gönnen und eine sanfte Yoga-Praxis zumindest an den ersten drei Tagen (je nach Blutungsstärke) wählen. Auch wenn wir viel Energie haben und unser Ego uns mal wieder zu Höchstleistung pushen will, sollten wir die Energie quasi für uns im Körper halten und den Körper bei Apana, der Ausscheidung, unterstützen. Besonders, wenn man oft das Gefühl hat, dass man auf nichts verzichten will, sollte man acht geben, dass man die eigentlichen Bedürfnisse nach Ruhe und Entspannung nicht völlig unterdrückt.

 

Was ist deine Lieblingsasana während der Menstruation?

Malasana (indische Hocke) und Balasana (Kindshaltung) über einem Bolster.

Wie schaut man aus ayurvedischer Sicht auf das Thema Monatsblutung?

Aus ayurvedischer Sicht sind wir während der Monatblutung im Ungleichgewicht, was auch die verstärkte Anfälligkeit für Krankheiten erklärt. Auch hier sagt man, dass Anstrengungen oder intensiv-energetisierende Übungen vermieden werden sollen.

Bei starken Blutungen von dunkler Farbe und Krämpfen helfen warme Ölmassagen, regelmäßige gekochte Mahlzeiten, frühes Schlafengehen und 1/4 Teelöffel zerdrückten Rettichsamen. Wenn das Menstruationsblut stark riecht, sollte man scharfe Speisen und Gewürze meiden und es wird eine enzym- und vitaminreiche Kost empfohlen, also überwiegend frisches Gemüse und Salat. Ist das Blut dick und zäh und fühlt man sich müde und antriebslos, kann eine sanfte Yoga-Praxis und ebenfalls vitaminreiche, leichte Kost helfen.

 

Danke, liebe Bente!

 

Mehr über Bente könnt ihr hier erfahren:

www.bente.yoga

www.voeran.love

www.popupyoga.de