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Dysmenorrhoe - Krämpfe und Schmerzen während der Menstruation

Ich weiß noch sehr genau, dass meine erste Menstruation mit heftigen Schmerzen verbunden war, und dass ich mir nicht vorstellen konnte, das fortan einmal im Monat zu ertragen. Musste ich dann auch nicht. Meine Mutter machte mir einen Termin bei ihrer Frauenärztin und die wortkarge, eifrige Frau verschrieb mir direkt die Pille. Ein Klassiker, der auch heute noch gang und gäbe ist und weitreichende Konsequenzen für die Frauen haben kann.

 

Heftige, krampfartige Schmerzen während der Menstruation kommen gerade in der Phase des Heranwachsens, also bei Mädchen und jungen Frauen, häufig vor. Man spricht hier von einer sogenannten primären Dysmenorrhoe, die die Frauen meist länger begleitet. Manchmal gehen die Beschwerden nach der ersten Schwangerschaft zurück. Manchmal bleiben sie bis zur Menopause. 

 

Die meisten Frauen mit krampfhaften Schmerzen leiden unter dieser primären Dysmenorrhoe. Dennoch sollten Frauen, die regelmäßig an Menstruationsbeschwerden leiden, ärztlich abklären lassen, ob organische Gründe vorliegen. Dann spricht man von der sogenannten sekundären Dysmenorrhoe. 

 

Typischerweise treten bei der Dysmenorrhoe kurz vor der Menstruation und währenddessen sehr schmerzhafte, krampfige, zum Teil kolikartige Schmerzen im Unterbauch auf, die auch in den Rücken ziehen können. Es können Kopfschmerzen und Migräne sowie Durchfall oder Verstopfung hinzukommen. Manchmal ist das Wohlbefinden so stark beeinträchtigt, dass die betroffenen Frauen arbeitsunfähig sind. 

 

 

Die Ursachen

 

Hinter den Beschwerden können sich verschiedene Ursachen verstecken. So können Stress, eine Schmerztradition in der Familie oder das Ablehnen der eigenen Weiblichkeit für eine Dysmenorrhoe verantwortlich sein. Auch Rauchen oder Alkoholkonsum sowie Umwelthormone können zu heftigen Regelschmerzen führen.

Für eine sekundäre Dysmenorrhoe sprechen Entzündungen, Zysten, Myome (gutartige Geschwülste) oder Endometriose (Wucherung der Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter). Auch mechanische Verhütungsmittel (Spirale) können Schmerzen verursachen.

 

 

Was im Körper passiert

 

Während des Zyklus baut sich die Gebärmutterschleimhaut langsam auf, um sich auf die mögliche Einnistung einer befruchteten Eizelle vorzubereiten. Wenn keine Befruchtung stattfindet, wird die aufgebaute Schleimhaut abgestoßen und es kommt zur Menstruation. Die Gebärmutter unterstützt diesen Prozess durch Kontraktionen, die von Gewebehormonen (Prostaglandine) gesteuert werden. Bei zu vielen Prostaglandinen zieht sich die Gebärmutter stärker als üblich zusammen, die Gebärmutter wird weniger gut durchblutet (Sauerstoffunterversorgung) und es kommt zu Menstruationsschmerzen.

 

 

Was du tun kannst

  • Achte auf eine gesunde und ausgewogene Lebensweise mit einer ausreichenden Nährstoffversorgung; versuche, auf Zigaretten und Alkohol zu verzichten
  • Reduziere Stress - was der im Köper so anstellt, kannst du hier im Artikel über Stress lesen
  • Ausdauersport, Yoga und Meditation können helfen, in Kontakt mit dir selber zu kommen und ein positives Körpergefühl zu erzeugen
  • Lerne, deine Weiblichkeit anzunehmen und heiße deine Menstruation willkommen - sie ist etwas wundervolles
  • Versuche die Belastung durch Umwelthormone so gering wie möglich zu halten. Die sogenannten Xenohormone verstecken sich nicht nur in der Umwelt, sondern auch häufig im Haushalt. Im Artikel zu PMS kannst du mehr über die unsichtbaren Krankmacher erfahren

 

Wie eingehend erwähnt, wird die Pille bei Dysmenorrhoe häufig von der Schulmedizin verordnet. Sie kann Regelschmerzen günstig beeinflussen, da sie den Progesteronspiegel hoch hält. Frauen sollten allerdings gut abwägen, ob die Pille die richtige Wahl ist. Sie greift schließlich grundlegend in den hormonellen Regelkreis ein und das sollte man sich sehr gut überlegen. Besonders junge Frauen, bei denen der hormonelle Ablauf noch nicht vollständig entwickelt ist, sollten auf Alternativen aus der Naturheilkunde zurückgreifen, da der chemische Pillen-Eingriff gravierende Folgen auf das ganze Hormonsystem haben kann. Ich spreche aus Erfahrung.

 

Glücklicherweise gibt viele naturheilkundliche Möglichkeiten zur Behandlung von Menstruationsbeschwerden, die die Selbstheiltungskräfte stärken und die keine nennenswerten Nebenwirkungen haben. Es lohnt sich, bei heftigen Beschwerden eine Heilpraktikerin aufzusuchen und eine Ursachenforschung zu betreiben.

Die Körpersignale zu verstehen und zu lernen, was der Körper wann braucht, erfordert etwas Geduld und Übung. Lohnt sich aber! Denn langfristig gesehen, ist es eine schonende und nachhaltige Alternative, zu einem Kunstprodukt, was vielleicht die Symptome nicht aber die Ursache beseitigt.

 

photocredit: unsplash